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01.04.2016 16:10 Alter: 2 Jahre
Kategorie: JCG-Clubleben
Von: Edith Birrer

22-köpfig - eine etwas spezielle Sportwoche

Unglaublich viele Teilnehmer im Sportwochenkurs, von 7 bis 17 Jahren!


Der Schnupperkurs im Rahmen der Sportwoche in den Osterferien hatte mangels Teilnehmern immer mal wieder abgesagt werden müssen, darum war ich erfreut, dass sich diesmal 13 Kinder angemeldet hatten. Dann bekam ich einen Telefonanruf von der Stadt: Mit der Caritas zusammen würden sie eine Aktion durchführen, wo sie die freien Plätze in den nicht ausgebuchten Sportkursen für unbegleitete minderjährige Asylsuchende zur Verfügung stellen würden. Ob ich mitmachen möchte? Ich sagte zu.

Nun hatte ich also zusätzlich zu den 13 Primarschulkindern im Alter von 7 bis 11 noch fünf "UMAS" im Kurs, zwischen 15- und 17-jährig. UMAS, unbegleitete minderjährige Asylsuchende - das heisst also, Jugendliche, die ohne Eltern von irgendwoher geflüchtet, über Tausende von Kilometern in die Schweiz gelangt sind. Was sie wohl alles durchgemacht haben? Wie werden sie sein? Wie wird die Verständigung klappen? Judo kann ich "ohne Worte" vermitteln, aber die Werte des Judo, wie "Sorge tragen zu den Schwächeren, einander helfen" und so? Wie gehe ich mit dem grossen Altersunterschied um?

Weil wir auch mit 13 Kindern schon eine grosse Gruppe gewesen wären, hatte ich zwei unserer fortgeschrittenen Junioren-Judokas, Cedric und Yanick, als Assistenztrainer engagiert. Nun fragte ich auch noch David, weil er etwas älter als die anderen beiden ist und darum vielleicht eher den "Draht" zu den Jugendlichen hat. Ausserdem ging ich die vorbereiteten Lektionen nochmals durch und überlegte mir, wo es Schwierigkeiten geben könnte in einer alters- und gewichtsmässig so gemischten Gruppe.

Rückblickend kann ich sagen: Die guten Vorbereitungen haben sich gelohnt, die Sorgen nicht. Wir waren im Trainerteam zu viert, das hat sich bewährt. So konnte einer der Assistenztrainer bei den Grossen mittrainieren (weil sie eine ungerade Zahl waren), einer bei den Kleinen, falls es dort auch nicht aufging, und trotzdem waren wir immer noch zu zweit, um zu schauen und zu helfen.

Die UMAS waren zurückhaltend und eher scheu, aber aufmerksam und gute Beobachter. So lernten sie schnell und konnten dann mit einem der Assistenztrainer merken, dass das Gelernte wirklich klappt. Sie konnten tatsächlich erst sehr wenig Deutsch, aber kümmerten sie sich bei den Übungen "gross mit klein" immer rührend um die Kleinen, halfen bei der Übung oder liessen sie auch mal "gewinnen". Auch die Schüler profitierten vom "Unterricht ohne viel Worte" - zuschauen und ausprobieren ist viel wichtiger. Um gemeinsam Spass zu haben, zu spielen, auszutoben und sich zu messen, braucht es sowieso keine Worte. Da reicht Lachen, und das taten alle oft!